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5G-Mobilfunk: Lokale Roaming-Pflicht als Mittel gegen Funklöcher?

In einem Brief führender Koaltionspolitiker an das Verkehrsministerium wird eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes gefordert: Ein flächendeckender 5G-Ausbau helfe Kunden nichts, wenn in vielen Regionen nur ein Anbieter Funkmasten hätte. Dort soll künftig lokales Roaming angeordnet werden können, damit auch andere Kunden vom Netz profitieren.

Schon bevor die deutschen Frequenzen für das 5G-Netz versteigert werden, wird in der Politik eine ausführliche Debatte um den künftigen Netzausbau geführt. Gefordert wird insbesondere eine Abdeckung ländlicher Regionen mit dem schnellen Mobilfunkstandard, wo die Versorgung mit schnellem Internet derzeit noch defizitär ist.

5G-Ausbau: Politiker fordern lokales Roaming als Lösung für Funklöcher

Die stellvertretenden Fraktionschef von Union und SPD im Bundestag fordern nun in einem Brief an Verkehrsminister Scheuer zusätzliche Maßnahmen gegen lückenhafte Netzabdeckung. Durch die derzeit in Frage stehenden Auflagen der Bundesnetzagentur werde die Netzabdeckung zwar “virtuell” geschlossen. Das heiße aber nur, dass an jedem Ort das Funknetz eines einzelnen Anbieters verfügbar sein muss. Wer dort aber nicht Kunde ist, stößt weiterhin auf Funklöcher.

Sollten sich die Mobilfunkanbieter nicht selbst auf eine gegenseitige Nutzung ihrer Netze einigen können, wird als mögliche Lösung ein verpflichtendes, lokales Roaming vorgeschlagen: “In den Ausnahmefällen, wo keine freiwilligen Kooperationen zu erwarten sind, muss die Behörde die Möglichkeit haben, verpflichtend ein lokales Roaming anordnen zu können, um für alle Kunden lückenhaft bzw. gar nicht versorgte Gebiete im Rahmen der auferlegten Versorgungsauflagen zu verhindern.”, heißt es in dem Brief an Verkehrsminister Scheuer.

Vorgesehen ist für die Mitnutzung dann eine Entschädigung, die derjenige Anbieter zahlen muss, der in der betroffenen Region kein eigenes Netz betreibt. Das Vorhaben müsste durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes durchgeführt werden, das die Kompetenzen der Bundesnetzagentur als zuständige Behörde regelt. Ein derartiger Gesetzesentwurf liegt aber allem Anschein nach noch nicht vor.

Quelle: Tagesschau

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